Wappenbriefe wurden von dem römisch - deutschen Kaiser selbst oder von den von ihm
bevollmächtigten Hofpfalzgrafen (Comites Palatini Caesarei) ausgestellt. Diese gliederten sich
in das kleine Palatinat ca. 3000 bis 4000 Hofpfalzgrafen (Wappenverleihungen an Bürgerliche
ohne Standeserhebungen), das große Palatinat etwa 100 adelige Familien und das
institutielle Palatinat z.B. Bürgermeister einer Stadt oder Organe einer Universität.
Auch der Papst ernannte apostolische Hofpfalzgrafen die ebenfalls Wappenbriefe ausstellten.
Auch andere souveräne Herrscher in West- und Mitteleuropa stellten ebenfalls Wappenbriefe aus.
Die meisten Wappen aber wurden von Bürgerlichen frei angenommen, das heißt ohne amtliche
Bestätigung.
Auch die riesige Anzahl von Hausmarken die ins Wappenwesen Einzug gehalten
hat, wurde kaum wo amtlich registriert. Da es zu keiner Zeit ein Wappenzentralregister
gegeben hat, kann man sich vorstellen wie mühselig die Suche nach einen bestimmten Wappen
ist, wobei oft die meisten Unterlagen darüber verloren gegangen sind oder vernichtet wurden.
In regionalen Wappensammlungen wurden alle Wappen oder Siegel die von Forschern in
Archiven aufgefunden wurden aufgelistet, unabhängig davon ob die betreffende Person auch
dort ansässig war. So passiert es häufig, das z.B. ein Wappen von einer Person in Bayern
die einen gesiegelten Brief nach Böhmen geschickt hat, dort in einer regionalen
Wappensammlung aufscheint, obwohl im betreffenden Wohnort in Bayern kein Wappen
dieser Person aufgefunden wurde und umgekehrt.
Ebenso gab es Wappenverleihungen bei Militäreinsätzen weit weg vom Heimatort in anderen
Ländern und diese sind oft nur dort aufgezeichnet worden. Dies sind nur einige Beispiele um
aufzuzeigen, warum sämtliches Material für eine umfangreiche Wappenforschung
durchsucht werden muß.
Wappen findet man aber nicht nur in Wappensammlungen, sondern vielfach in Heimatbüchern,
Geschlechterbüchern, Ortssippenbüchern etc. 30 % unserer alten aber auch neuen Bücher,
haben kein Namensregister und müssen Seitenweise durchgesehen werden.
Eine weitere Erschwernis bei der Suche ist die fehlende einheitliche Rechtschreibordnung
der damaligen Zeit, die verschiedenen Namensschreibweisen der letzten Jahrhunderte.
z.B. Wappenbrief verliehen 1560 an Plo Stanislaus in Wien. Dieses Geschlecht wurde
zwischen 1560 und 1571 urkundlich mit den Namen Pla, Plab und Blaw erwähnt.
Ein wahrscheinlich verwandtes Geschlecht wurde zwischen 1563 und 1594 mit der
Schreibweise Plaw, Plab, Plow, Ploen und Plawer mehrmals urkundlich erwähnt.
Alle diese verschiedenen Schreibweisen des Familiennamens, schreiben sich heute “Blau”.
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für Familienwappen, Familiennamen, Genealogie, Ahnenforschung, Heraldik, Wappen, Adel |
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